Eng kann kuschelig sein! Eng, beengend, einengend, engstirnig... macht ganz schön eng. Doch eng steckt auch im Engel. So schön!

 

Auf der Suche nach Wörtern mit eng, begegnete mir der Engel. Das passt zum heutigen Nachmittag.

 

Eigentlich wollte ich mich einfach hinlegen und Mittagsschlaf machen. Ich war so unglaublich müde. Zum einen arbeite ich sehr viel, aber nein, das ist es nicht, oder nicht nur. Es ist der Corona-Blues, der mir in den vergangenen Tagen ganz schön zu schaffen machte. Es fühlte sich eng an in mir und um mich herum. All diese Massnahmen, all dieses Fehlerfelder, die wie Mienenfelder im Alltag sind. Man spürt es sofort, wenn man etwas falsch gemacht hat. Zum Beispiel, ohne zu überlegen ins Kaffee geht, um nach der Wanderung ein Stück Kuchen zu holen, dabei vergisst eine Maske anzuziehen. Es ist nicht so, dass die Leute es einem sagen, manchmal schon und dann meistens in nicht sehr freundlichem Ton. Nein, man spürt es an der Energie, die plötzlich um einen herum einzufrieren scheint. Der Griff ins Gesicht, scheisse, Maske vergessen. Lächeln (auch ein Fehler) und nichts wie raus. Herzklopfen. Ja ich fühle mich sehr beengt mit all den Massnahmen, mit all dem was ich im Moment nicht darf und all dem was ich soll. Ich soll Abstand nehmen von allem. Abstand von der Familie. Abstand von meiner Praxis, die Arbeitsbedingungen machen schon gar keinen Spass hier viel tun zu wollen. Ich soll mit Maske Yoga geben und Shiatsu. Tanzen ist verboten. Abstand von Freunden. Abstand zu den Menschen. Ich darf keine Freunde in Deutschland besuchen. Ich soll an jeder Ecke meine Hände desinfizieren und ich soll eigentlich zu Hause bleiben. Aber ich soll arbeiten, es ist ja kein Lockdown. Arbeiten mit Maske. Ich arbeite mit Kindern, der Gesichtsausdruck ein wichtiges Element.

 

Ja es macht mich müde. All diese Zahlen, die man so oder so interpretieren kann. Ich wähle die Variante die mir keine Angst macht, denn Angst schwächt definitiv mein Immunsystem. Ich suche nach Wegen für einen freien Geist. Reduziere seit einigen Tagen die sozialen Medien, die Informationen allgemein und schaue, mit wem ich mich wie austausche. Ich habe jetzt ein Auto. Das gibt mir die Freiheit ohne Maske unterwegs zu sein. Ja für mich ist die Maske beengend. Ich bekomme zu wenig Luft. Mein Asthma meldet sich nach 30 Jahren zurück. Das macht mir Sorgen. Denn es geht auch um meine Gesundheit.

 

Zurück zum Mittagsschlaf und der Morphose von eng zum Engel. Die Sonne schien und ich hatte den Nachmittag frei. Also entschied ich mich um und wollte hoch zum Tanzboden, dem Berg vor meiner Haustüre. Ich ging in mein Zimmer um andere Hosen anzuziehen. Die Jeans die ich anzog, war ebenfalls enger als auch schon. Ich mag es in keinem Bereich eng :-). Ich fuhr einen Teil hoch und stellte mein Auto ab. Dann lief ich strammen Schrittes los. Ich atmete nach kurzer Zeit intensiv, doch das dehnt die Lunge und stärkt sie. Ich schwitzte ob meinem Tempo, doch das ist gut für die Enge der Hose. Zuerst wurde es still in meinem Kopf. Dann war plötzlich die Frage da: "Was engt dich ein, was nimmt dir die Energie?"

 

Ich liebe es zu arbeiten. Wenn ich aber meinen Körper vernachlässige, nicht gut esse, zu wenig Bewegung habe... lauge ich aus. Wenn ich meinem Wissendrang masslos nachgebe, rebelliert mein Kopf. Fazit ich kenne sie, meine Energielöcher. Ob all der Gedanken war ich so schnell im Tanzboden oben angekommen wie noch nie. Ich genoss die wunderbare Aussicht über den Zürichsee und die Sonne. Den Rückweg ging ich gemütlicher. Machte eine Zusatzschlaufe und kam total zufrieden bei meinem Auto an.

 

Jetzt sitze ich im Wohnzimmer, mit einer Tasse Chai. Fühle mich leicht und befreit. Es liegt an mir selbst, ob ich mir Räume erschaffe und so dieser Enge entfliehen kann. So wird das Gefühl von Enge transformiert und ich kann sie wieder hören die Engel, die mir zu flüstern: "Freiheit entsteht in dir, du musst sie nur nutzen."

 

Weltenwandlerin

lilaDuft

...meine Gedankenwelt

 

für Körper & Geist & Seele